Und wer soll das finanzieren?
Die Spitzen von Union und SPD haben sich auf ein zweites Konjunkturpaket von bis zu 50 Milliarden Euro bis 2010 verständigt.
[...]
Die Netto-Neuverschuldung für das Paket wird voraussichtlich alle bisherigen Rekorde brechen. Geplant ist daher eine Schuldenbremse im Grundgesetz sowie ein Plan zur Rückzahlung neuer Kredite.
sueddeutsche.de: Hintergrund: Eckpunkte für das Konjunkturpaket II
Und woher soll das Geld für die Rückzahlung der Schulden und letztlich auch Zinsen der Schulden kommen, bei einer derzeitigen Staatsverschuldung von ca. 1,5 Billionen (!) Euro?
Steuern werden gesenkt und nicht angehoben, so der Staat. Also fällt diese Möglichkeit weg. Durch erhöhte Nachfrage und deshalb erhöhte Steuereinnahmen? Die Einnamen wären niemals groß genug um den Finanzbedarf für dieses Konjunkturpaket zu decken. Außerdem rechnen Experten damit, dass eben dieses keine wahnsinnigen Auswirkungen auf die Deutsche Wirtschaft haben wird. Bei schlechten Zukunftserwartungen kann man sich eben auf den Kopf stellen und auch Kreditkosten auf 0% senken – den freien Willen des Menschen kann man eben nicht beeinflussen.
Die Staatsverschuldung steigt also noch weiter – und wo soll das enden? Bankrott Deutschlands? Ich denke, dass unsere Politiker da den ganz falschen Weg gehen. Eine Rezession hat schließlich auch irgendwann von allein ein Ende, und auch wenn es zu den Pflichten des Sozialstaates gehört, Arbeitsplätze zu erhalten, so darf das nicht auf Kosten der “Liquidität” und Vertrauenswürdigkeit Deutschlands passieren.
Also, wo stehen wir dann 2010? Bei 2 Billionen Dollar Schulden? Jährlich nimmt der deutsche Staat bereits Kredite auf, nur um bestehende Zinsen und Kredite zu tilgen. Das ist eine gefährliche Spirale, und so werden wir ihr kaum entkommen.
Der Kau
schrieb am 18. Januar 2009, 22:48 Uhr
Des liegt einfach daran, dass schon seit es die BRD gibt, Schulden aufgenommen wurden und damals mit dem Geld ziemlich leichtsinnig umgegangen wurde.
Jetzt tut sich die Regierung schwer aus dieser Spirale rauszukommen.
Es stellt sich bloß die Frage, was die Regierung gegen die Krise tun soll. Egal was sie tut, es wird immer von irgendwo her Kritik kommen… tja Pluralismus eben…
Deswegen wird sich erst in Zukunft zeigen, ob vlt das Konjunkturpaket nicht doch Wirkung zeigt, auch wenn es noch so umstritten ist… auch Experten können falsch liegen, wie die Geschichte zeigt.
Ums auf den Punkt zu bringen: Die Generation vor uns hats verbockt und wir dürfen uns jetzt mit den Problemen rumschlagen…
Steffen
schrieb am 19. Januar 2009, 13:31 Uhr
Das Problem liegt darin, dass der Antizyklischen Finanzpolitik (s. Wikipedia) gearbeitet wurde – aber nur halbherzig. In schlechten Zeiten wurde die Konjunktur durch zusätzlichen Staatskonsum unterstützt, in guten Zeiten wurde aber das “überflüssige” Geld durch erhöhte Steuereinnahmen nicht gespart bzw. wurden die Kredite nicht zurückgezahlt, auch aufgrund der politischen Lage (Begründe das mal…). Und so gehts eben immer weiter…
craqstar
schrieb am 29. Januar 2009, 15:57 Uhr
Das ist alles relativ egal.
Schließlich haben wir nur sehr geringe Auslandsschulden. Die meisten Schulden hat der Staat bei seinen Bürgern. Das Problem ist demnach überschaubar.
Schlimmer wär’s wenn wir Schulden bei anderen Staaten hätten.
Bsp.: Venezuela, Island…
Steffen
schrieb am 31. Januar 2009, 16:53 Uhr
Das stimmt, aber die Grundproblematik bleibt ja dennoch bestehen. Wenn der Staat immer mehr Schulden aufnehmen muss, um bestehende zu tilgen wird er irgendwann kein Geld mehr haben. Und wenn ihm dann die Bürger kein Geld mangels Vertrauen mehr leihen, wird sich das wohl auf Auslandsschulden verlagern.